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Schwedisch: Sprachgeschichte im Kontext der indogermanischen Sprachfamilie

schweden, schwedisch, schwedisch.net Wie das Deutsche stammt auch das Schwedische vom Germanischen Sprachzweig der Indogermanischen Sprachfamilie ab.

Das heutige "Neuhochdeutsch" läßt sich über verschiedene Sprachstufen über Frühneuhochdeutsch (1350-1650), Mittelhochdeutsch (1050-1350), Althochdeutsch (750-1050 n. Chr.) bis auf das Westgermanische (um Christi Geburt) bzw. Germanische (etwa 2000 v. Chr.) zurückführen.

Beispielsweise entwickelten sich das heutige Englisch, Friesisch, Niederdeutsch und Niederländisch (einschließlich Afrikaans) bis etwa Christi Geburt zusammen mit dem Deutschen. Diese Unterschiede zwischen diesen relativ nah verwandten Sprachen sind also meist jünger als 2000 Jahre.

Die Trennung dieser Westgermanischen Sprachgruppe von den Nordgermanischen liegt etwa weitere 2000 Jahre zurück. Es gibt daher viele Gemeinsamkeiten zwischen dem heutigen Schwedisch und Deutsch, aber auch deutliche Unterschhiede die sich während der 4 Jahrtausende getrennter Entwicklung ergeben haben.

Neben Schwedisch gehören auch Dänisch, Norwegisch und Isländisch zur Nordgermanischen Sprachgruppe, während Finnisch (zusammen mit Ungarisch und auch dem Türkischen) nicht zur den Indogermanischen Sprachen zählt.

Wenn Sie sich also bereits mit frühreren Stufen der Deutschen Sprache (etwa Mittelhochdeutsch) oder mit der Vergleichenden Sprachwissenschaft innerhalb der Germanischen Sprachgruppe beschäftigt haben, werden Sie es beim Schwedisch lernen einfacher haben. Viele Unterschiede zwischen verwandten Sprachen sind, sprachgeschichtich betrachtet, recht einfach durch Lautverschiebungen oder Lautwandel zu erklären.

In vielen Fällen gehen die Schwedische und Deutsche Form eines Wortes auf einen gemeinsamen Germanischen Ursprung zurück. Ein Beispiel:

Indogermanisch:     piscis
Germanisch:         fiskaz 
Althochdeutsch:     fisk 
Mittelhochdeutsch:  fisch
Neuhochdeutsch:     Fisch
Das Schwedische Wort für Fisch entspricht also der althochdeutschen Form: fisk. Wenn Sie diese sprachliche Verwandschaft beim Schwedisch lernen im Hinterkopf behalten, werden Sie auf viele Gemeinsamkeiten stoßen.

Dabei ist es aber keinesfalls so, daß das Schwedische mit einer früheren Sprachstufe des Deutschen vergleichbar oder gar gleichzusetzen wäre. Seit 4000 Jahre entwickelten sich beide Sprachen getrennt, was zu immer größeren Unterschieden führte. Daher ist es nur natürlich, wenn ältere Formen sich noch ähnlicher sind als heutige. Mit der neuen Rechtschreibung beispielsweise vollzieht das Deutsche eine Entwicklung, die im Schwedischen bereits früher eingesetzt hat: Der bishereige Geograph wird zum Geograf der auf Schwedisch schon lange geograf heißt. Hingegen muß der Biologe wohl noch etwas auf den Wegfall des e zum Schwedischen biolog warten.
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